Hermine Bernheimer wurde 1870 in Göppingen geboren. 1929 zog sie zu ihrer verwitweten Schwester Rosa Frei nach München. Sie lebten direkt neben der Hauptsynagoge. Durch den Abriss der Hauptsynagoge 1938 waren sie gezwungen mehrfach umzuziehen, bevor die Gestapo sie schließlich in die „Judensiedlung Milbertshofen“ einpferchte. 1943 wurden sie nach Theresienstadt deportiert, wo Hermine Bernheimer wenige Wochen später ermordet wurde. Rosa Frei kam im Februar 1945 durch einen Austauschtransport in die Schweiz, wo sie 1946 starb.
Minna Hirschberg hatte 1887 in Nürnberg den Kaufmann Adolf Hirschberg geheiratet. Das Paar bekam zwei Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes zog Minna Hirschberg 1926 zu ihren Kindern nach München. Ihr Sohn Fritz Hirschberg konnte in die USA emigrieren. Minna Hirschberg wurde mehrfach gezwungen, umzuziehen, und lebte schließlich ab 1940 im Jüdischen Altenheim in der Kaulbachstraße. Von dort deportierte die Gestapo sie in das Ghetto Theresienstadt, wo Minna Hirschberg 1942 ermordet wurde.
Ihre Tochter Erna heiratete 1919 den Kaufmann Friedrich Siegmund Marx. Das Paar lebte mit seinen zwei Kindern in München. Die Kinder konnten nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten nach England und in die USA emigrieren. Erna und Friedrich Siegmund Marx wurden 1942 von der Gestapo in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort wurde Friedrich Marx wenige Monate später ermordet. Erna Marx wurde 1944 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.
Hermann Binswanger betrieb eine Likörfabrik in Augsburg, wo er 1890 Rosa Moos heiratete. 1906 zog das Ehepaar nach München und lebte in der Schubertstraße. 1936 starb Rosa Binswanger. 1939 wurde Hermann Binswangers Likörfabrik enteignet, er selbst musste mehrfach umziehen und schließlich im sogenannten „Judenhaus“ in der Goethestraße leben. 1942 deportierte ihn die Gestapo in das Ghetto Theresienstadt, wo er Anfang 1943 ermordet wurde.
Am 31. März 2025 findet im Bayerischen Nationalmuseum in der Prinzregentenstraße 3 eine Gedenkveranstaltung für Hermine Bernheimer, Hermann Binswanger, Minna Hirschberg sowie Erna und Friedrich Marx statt. Im Anschluss werden die Erinnerungszeichen an den ehemaligen Wohnorten angebracht.