Der Spengler Max Ursprung kam aus Traunstein, lebte aber zeitweise in Freising, Rosenheim, Berlin und München. Ab November 1932 lebte er im Rückgebäude der Dreimühlenstraße 28. Er war mehrfach wegen Homosexualität verurteilt worden. Auf seiner Einwohnermeldekarte wurde vermerkt, dass er sich wegen seiner Homosexualität regelmäßig bei der Polizei melden musste. Kurz nach der Machtergreifung wurde Max Ursprung im April 1933 verhaftet und in das Gefängnis Neudeck gebracht.
Nach fünf Jahren Haft im Gefängnis Neudeck ordnete die Kriminalpolizei „Schutzhaft“ für Max Ursprung an, da er als „Berufsverbrecher“ galt. Er wurde 1938 in das Konzentrationslager Dachau gebracht, und von dort in das Konzentrationslager Flossenbürg in der Opferpfalz verschleppt. Im Juli 1942 wurde er ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig gebracht. Die Überstellungsliste ist nach „Handwerksberufen“ sortiert, Max Ursprung wird als Spengler aufgeführt. Vermutlich hatte das Konzentrationslager Stutthof Häftlinge mit bestimmten Berufen angefordert.
Im Oktober 1941 starb Max Ursprung völlig entkräftet von jahrelanger Zwangsarbeit und Lagerhaft. In den Aufzeichnungen des Lagerarztes ist der 56-Jährige vermerkt als „schwächlicher, alter Mann“, der an „Herz- und Altersschwäche“ verstorben sei.