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Lilly (auch Cilly) Rothschild, geb. Klau


Elisabethstr. 30

Birthdate:
20.11.1890
Birthplace:
Tauberbischofsheim
Date of death:
25.11.1941
Place of death:
Kaunas
Victim group:
Als Jüdinnen und Juden Verfolgte
Form:
Erinnerungszeichen (Stele)
Attachment:
22.10.2025

Lilly (auch Cilly) Klau kam am 20. November 1890 als Tochter von Lehmann Klau und seiner Frau Henriette in Tauberbischofsheim zur Welt. Ihr Vater war Mitbegründer und Vorstand der Vereinigten Keltereien, die Spirituosen herstellten und vertrieben. Lilly wuchs mit ihrer jüngeren Schwester Martha auf. Als sie 13 Jahre alt war, starb ihre Mutter. Ihr Vater heiratete wenig später erneut. Die Familie lebte inzwischen in München, wo Lilly Klau die Töchterschule besuchte. 1911 heiratete sie mit 21 Jahren den Kaufmann Max Rothschild. Max Rothschild war in der Geschäftsleitung der Vereinigten Keltereien tätig. 1919 zog das Paar in die Elisabethstraße 28, später lebten Lilly und Max Rothschild in den Hausnummern 29 und 30. Die Ehe blieb kinderlos.
Wie Lilly Rothschild die erste Zeit nach Beginn der NS-Herrschaft und die zunehmende Ausgrenzung als Jüdin erlebte, ist nicht bekannt. Nach seinem Ausscheiden aus den Vereinigten Keltereien betrieb Max Rothschild in der Wohnung des Ehepaars zeitweise einen Großhandel mit Tafelöl, Seifen sowie Wasch- und Putzmitteln, meldete diesen aber im Frühjahr 1938 ab. Damit hatten Lilly und Max Rothschild kein Einkommen mehr. Kurz nach der „Kristallnacht“ verließ das Ehepaar München und kam bei Max Rothschilds Schwester Elsa Sicherer in Aschaffenburg unter, vielleicht weil sie hofften, dort vor möglichen weiteren Pogromen besser geschützt zu sein. Ende Januar 1939 kehrten Lilly und Max Rothschild in die Elisabethstraße 30 zurück. Verzweifelt bemühten sie sich um eine Emigration: In Lilly Rothschilds Pass finden sich mehrere Ausreisegenehmigungen, unter anderem für die USA. Warum die Fluchtpläne scheiterten, ist unklar. Am 20. November 1941, ihrem 51. Geburtstag, wurde Lilly Rothschild gemeinsam mit ihrem Mann Max und rund 1.000 weiteren jüdischen Münchnerinnen und Münchnern nach Kaunas verschleppt. Dort erschoss die SS am 25. November 1941 alle Deportierten. Lilly Rothschilds Schwester Martha überlebte die NS-Zeit: Sie war mit ihrem Mann Sigmund Reinemund rechtzeitig nach Großbritannien emigriert. (Text Stefan Dickas, Lektorat C. Fritsche)

5 Jahre ErinnerungsWerkstatt München e. V.

Zum fünfjährigen Bestehen der ErinnerungsWerkstatt München e. V. fand am Dienstag, den 21. Oktober 2025 im Goethe-Institut eine Gedenkveranstaltung für 14 Opfer des Nationalsozialismus statt. Im Anschluss wurden zwei der Erinnerungszeichen gesetzt. Am darauffolgenden Tag folgten zwölf weitere Erinnerungszeichen.

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