Moritz Heymann wurde am 2. Juli 1870 in Breslau geboren. Er studierte bei Albrecht Bräuer, später an der Akademie der Künste in Berlin sowie an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Carl von Marr.
Im Jahr 1902 gründete Moritz Heymann die Schule für zeichnende Künste und Malerei in München. In den folgenden drei Jahrzehnten entwickelte sie sich zu einer der angesehensten privaten Kunstschulen der Stadt, an der über 5.000 Studierende aus aller Welt Unterricht in Zeichnen und Lithografie nahmen. Auch international bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Max Unold, Hermann Euler und Maria Luiko begannen ihre Karriere mit einem Studium bei Moritz Heymann.
Als Künstler war Moritz Heymann einer der führenden Vertreter des Münchner Impressionismus. Er war bereits bekannt für seine Lithografien und Zeichnungen, bevor er sich zunehmend der Malerei widmete. Moritz Heymann stellte regelmäßig im Münchner Glaspalast aus und war in vielen bedeutenden Ausstellungen in ganz Deutschland vertreten. Zudem war er Mitglied der Künstlervereinigung Luitpold-Gruppe.
Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Moritz Heymann mit dem Beginn der NS-Herrschaft zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Trotz wachsenden behördlichen Drucks und schwerer finanzieller Not hielt er den Betrieb seiner Schule aufrecht, bis er 1936 gezwungen wurde, die Schule zu schließen. Moritz Heymann starb am 29. Januar 1937. Unverheiratet und kinderlos hinterließ er keine direkten Nachkommen. Sein Vermächtnis lebt weiter durch die Tausenden von Künstlern, die er inspirierte, und durch die zeitlose Qualität seines Werks.
Die Gedenkveranstaltung für Moritz Heymann findet in Englischer Sprache statt.