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Barbara Winter, geb. Christ


Sintpertstr. 15



Birthdate:
15.11.1890
Birthplace:
Roßhaupten, Kreis Günzburg
Date of death:
07.04.1943
Place of death:
KZ Auschwitz
Victim group:
Sinti und Roma
Form:
Erinnerungszeichen (Stele)
Attachment:
14.03.2024

Barbara Winter, geb. Christ, kam am 15. November 1890 in Roßhaupten zur Welt. Sie heiratete den Händler Joseph Winter, der am 8. Januar 1891 in Siebnach geboren wurde. Das Ehepaar hatte zwei Söhne: Julius wurde am 8. Mai 1917 im niederbayerischen Veitsbuch geboren. Josef, geboren am 31. März 1921 in Moosburg, starb bereits 1935 im Alter von 14 Jahren.
Die Familie lebte längere Zeit in Augsburg, wo sie in einer gut eingerichteten Wohnung wohnte, und einem Wandergewerbe als Händler nachging.
Nachdem das nationalsozialistische Regime die Sint*izze und Rom*nja immer mehr ausgrenzte und entrechtete, verloren wahrscheinlich auch Barbara, Joseph und Julius ihre Existenzgrundlage.
Ab 1942 wohnten sie in München in der Perlacher Straße 123, wo sich damals eine Gartenkolonie befand und sie ein Gartenhäuschen besaßen.
Mit vielen anderen Sint*izze und Rom*nja inhaftierte die Polizei am 8. März 1943 Barbara, Joseph und Julius Winter im Polizeigefängnis in der Ettstraße und deportierte sie fünf Tage später in das so genannte „Zigeunerlager“ im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Ihr gesamter Besitz – ihr Gartenhaus und etwa 2.400 Reichsmark - wurde konfisziert.
In Auschwitz litten die Frauen, Männer und Kinder unter einer planmäßigen Unterernährung, katastrophaler medizinischer Betreuung und schwerster Zwangsarbeit. Aufgrund unzureichender hygienischer Versorgung und fehlendem Trinkwasser breiteten sich Krankheiten schnell aus. Barbara Winter wurde schon wenige Wochen nach der Ankunft im Lager ermordet, ihr genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
Julius Winter musste sich in der chirurgischen Abteilung des Lagers untersuchen und vermutlich auch operieren lassen. Er wurde wenig später ermordet, auch sein Todesdatum ist nicht genau bekannt. Nach nur wenigen Wochen in Freiheit starb Joseph Winter am 16. Juni 1945 im Lazarett in Bergen-Belsen an den Folgen der Haft.(Text Sarah Grandke/Barbara Hutzelmann)

Erinnerungszeichen für Familie Winter

Das Händler-Ehepaar Barbara und Joseph Winter lebten mit ihrem Sohn Julius Winter in ihrem Gartenhäuschen in der Perlacher Straße 123. Am 13. März 1943 wurden sie verhaftet, und nur fünf Tage später in das »Zigeunerlager« im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

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