Erinnerungszeichen für Anna und Karl Neumeyer wird angebracht
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Erinnerungszeichen für Anna und Karl Neumeyer,
Königinstraße 35a

Veranstaltung

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Erinnerungszeichen Neumeyer

Anna Louise Neumeyer zog nach der Hochzeit 1900 mit ihrem Mann Karl Alexander Neumeyer nach München. Das Paar bekam zwei Söhne. 1912 zog die Familie in das eigene Haus in der Königinstraße 35a. Während Dr. Jur. Karl Neumeyer als Privatdozent an der Juristischen Fakultät lehrte, machte Anna Neumeyer ihr Haus zu einem wichtigen Treffpunkt für liberale Münchnerinnen und Münchner. Zu ihren Freunden gehörten viele bekannte Münchner, wie etwa die Frauenrechtlerin Marianne Weber und ihr Ehemann, der Soziologe Max Weber.

Bereits 1901 war Anna Neumeyer dem von Anita Augspurg gegründeten „Verein für Fraueninteressen“ beigetreten, von 1917 bis 1928 gehörte sie dem Vereinsvorstand an. Zudem leitete Anna Neumeyer bis 1928 die Frauengruppe der Deutschen Demokratischen Partei. Dr. jur. Karl Neumeyer übernahm 1926 die Leitung des Instituts für Rechtsvergleichung, nachdem er zuvor bereits außerordentlicher Professor geworden war. 1931 wählte die Juristische Fakultät Prof. Dr. jur. Karl Neumeyer zum Dekan.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann für Anna und Karl Neumeyer eine Zeit voller Repressionen, Ausgrenzung und Entrechtung. Prof. Dr. jur. Karl Neumeyer wurde zwangspensioniert, Bibliotheken durfte er nicht mehr betreten. Trotzdem entschieden sich Anna und Karl Neumeyer gegen eine Emigration. Anna Neumeyer schrieb: „Mittellos geht das nicht an. Man muss in seinem Lebensstil bleiben, nicht in alten Tagen zum Bittsteller werden, um des bloßen Lebens willen.“ Als sie im Juli 1941 erfuhren, dass sie ihr Haus verlassen müssten und ihre Eigentum samt Bibliothek zwangsversteigert werden sollte, begingen Anna und Karl Neumeyer gemeinsam Suizid in ihrem Haus in der Königinstraße 35a.

17. Juli 2019
12 Uhr
Gedenkveranstaltung für Anna und Karl Neumeyer an ihrem ehemaligen Wohnort
Königinstraße 35a

  • Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München
  • Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
  • Übergabe der Erinnerungszeichen durch Klaus Bäumler, Richter am Bayer. Verwaltungsgerichtshof retd.
  • Klaus Bäumler, Initiator des Erinnerungszeichens, stellt die Biografien des Ehepaars Neumeyer vor
  • Mitglieder der Erinnerungswerkstatt München lesen aus Dokumenten der Familie Neumeyer
  • Christian Krimpmann, Bezirksausschuss Maxvorstadt

Flyer (PDF)

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Pressestimmen:
Jüdische Allgemeine
tz München

Fotos: Tom Hauzenberger

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