Alexander Lubranczyk lebte mit Frau und zwei Kindern in Berlin, wo er zusammen mit seinem Bruder Louis eine Schneiderwerkstatt führte. Nach dem Tod einer Frau 1928 zog er zu seiner Tochter Gertrud nach München. Sie war seit 1914 mit Siegmund Hirsch verheiratet und hatte zwei Kinder. Da Alexander Lubranczyk den Großteil seindes Lebens in Berlin verbracht hatte, fiel es ihm wohl schwer, den Münchner Dialekt zu verstehen. Sein Enkel beschrieb ihn später als schweigsam und distanziert.
1939 konnte seine Tochter mit ihrem Mann und der Tochter nach Chile fliehen; ihr Sohn schaffte es, nach England zu emigrieren. Aufgrund seines hohen Alters war es für Alexander Lubranczyk sehr schwer, ein Visum für eine Emigration zu bekommen. Er wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, in das Jüdische Altersheim in der Mathildenstraße zu ziehen. 1941 verbrachte die Gestapo ihn in die so genannte „Judensiedlung Milbertshofen“. Von dort wurde der 88-Jährige im Sommer 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er in das so genannte „Siechenheim“ gebracht wurde. Alexander Lubranczyk starb nur wenige Wochen nach seiner Ankunft aufgrund der katastrophalen Umstände dort.