Josef und Elisabeth Cahn wohnten mit ihren Kindern Gertrud und Fritz in der Mariannenstraße 2, wo sie auch ihr Tabakgeschäft betrieben. Nachdem Josef Cahn 1938 für 3 Monate im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert worden war, wurde er gezwungen, Deutschland zu verlassen. Er emigrierte nach Ungarn. 1941 wurde Josef Cahn in Budapest verhaftet, von dort deportiert und an einem unbekannten Ort ermordet.
Seine Frau Elisabeth blieb mit den Kindern in München. Ihre Tochter Gertrud Cahn hatte bereits 1935 wegen der antisemitischen Verfolgung ihre Schulausbildung abbrechen müssen. Ab 1939 betreute sie im Israelitischen Krankenhaus jüdische Patient*innen, denen seit 1936 die Aufnahme in öffentliche Krankenhäuser verwehrt wurde. Am 9. August 1940 brachte Gertrud Cahn ihre Tochter Judis zur Welt. Noch im gleichen Jahr wurde die Familie aus ihrer Wohnung in der Mariannenstraße vertrieben. Im November 1941 deportierte die Gestapo Elisabeth, Gertrud und die gerade 14 Monate alte Judis Cahn nach Kaunas, wo sie kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurden.
Josef und Elisabeths Sohn Fritz Cahn hatte 1939 aus Deutschland fliehen können und überlebte als einziger der Familie.
Kurt Zacharias Wertheimer aus Freiburg im Breisgau lebte seit den 1920er Jahren in München, wo er eine Textilvertretung betrieb. 1934 heiratete er seine nichtjüdische Frau Maria Hiltl. Im Juni 1938 wurde Kurt Zacharias Wertheimer verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Von dort wurde er zunächst in das Konzentrationslager Dachau, dann in das KZ Buchenwald verschleppt. Im Oktober 1942 deportierte ihn die Gestapo nach Auschwitz. Dort wurde Kurt Zacharias Wertheimer am 22. Dezember 1942 ermordet.