Historische Bilder und Dokumente auf einem Tisch
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Ausstellungseröffnung: "Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945"

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Anlässlich des Jahrestages der Wannsee-Konferenz am 20.Januar 1942 und des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar zeigt das Projekt "#LastSeen. Bilder der NS-Deportationen" in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat, Public History München vom 20. Januar 2026 bis 11. Februar 2026 im Foyer des Bayerischen Rundfunks die Ausstellung "Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945".

Aus dem Deutschen Reich wurden in den Jahren 1938 bis 1945 mehr als 200.000 Menschen deportiert. Sie wurden in Vernichtungslagern ermordet, nur die wenigsten überlebten. Die Ausstellung zeigt Fotos dieser Deportationen und ermöglicht es den Besucher*innen, sich über digitale Anwendungen intensiv mit diesen Fotos zu beschäftigen. Auf den Bildern sieht man neben den Verfolgten und den Täter*innen auch viele Zuschauer*innen.

Projektleiterin Dr. Alina Bothe: „Die Bilder zeigen, dass der Prozess der Vernichtung mitten in den deutschen Städten begann – ohne Deportationen kein Auschwitz.“
„Die meisten Bilder der Deportationen sind von Täter*innen fotografiert. Das Fotografieren trug oftmals zur Entwürdigung der Verfolgten bei. In diesem Bewusstsein müssen wir uns den Bildern stellen“, so Christoph Kreutzmüller, stellvertretender Projektleiter.

 

Kulturreferent Marek Wiechers: „Auf den Deportationsfotos von "#LastSeen" sehen wir viele Menschen, die das Geschehen tatenlos beobachten. Es drängt sich die Frage auf, wie wir uns damals verhalten hätten. Eine Frage, die heute wegen der zunehmenden Anfeindungen auch gegen Jüdinnen und Juden wieder eine
besorgniserregende Aktualität erhält. Umso wichtiger ist es, dass wir uns einmischen und stark machen für ein demokratisches, diskriminierungsfreies Miteinander.“

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt "#LastSeen. Bilder der NS-Deportation" widmet sich seit 2021 der Sammlung, Erschließung und digitalen Veröffentlichung der überlieferten Deportationsfotografien aus dem Deutschen Reich. Der Bildatlas des Projekts ist unter www.lastseen.org zu erreichen. Aus Bayern sind aktuell Deportationsfotos aus München, Kitzingen, Würzburg, Weiden und Regensburg zu sehen. Weitere Bilder werden in den kommenden Monaten veröffentlicht.

Jüdische Menschen in München - historisches Foto

Ausstellung: "Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945"
Ort: Foyer des Bayerischen Rundfunks (Eingang: Arnulfstraße 42)
20. Januar 2026 - 11. Februar 2026
Öffnungszeiten:  Mo - Fr, 7.00 bis 19.00 Uhr

Ausstellungseröffnung am 19. Januar 2026 um 17 Uhr

  • Dr. Katja Wildermuth (Intendantin des Bayerischen Rundfunks)
  • Marek Wiechers (Kulturreferent der Landeshauptstadt München)
  • Dr. h.c. Charlotte Knobloch (Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern)
  • Dr. Alina Bothe (Projektleiterin "#LastSeen") und Dr. Christoph Kreutzmüller (stv. Projektleiter "#LastSeen")
  • Lena Altman (Co-CEO Alfred Landecker Foundation)
  • Leonora Schwarzenberg (Lehrerin Wittelsbacher Gymnasium)
  • Moderation: Werner Reuß (stv. Programmdirektor Kultur, Bayerischer Rundfunk)

Ab ca. 18.30 Uhr: Kurator*innen-Führung durch die Ausstellung.

Flyer (PDF)